Wohnwahnsinn im Alter – Eine theaterpädagogisch-museale Erkundung
© Alexander Schneider
Ältere Menschen aus Bochum beschäftigen sich künstlerisch mit dem Thema Wohnen. Die Ergebnisse fließen in eine Theater-Performance und eine Ausstellung ein.
Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen, wir tun es unser ganzes Leben lang. Erst bei den Eltern, dann in der WG, der ersten eigenen Bude, dann werden wir sesshaft, mieten, bauen gar ein Eigenheim, schlagen Wurzeln. Das Leben rennt, der Mensch wird älter und das Dauerthema Wohnen ist zurück: Manche Senior*innen haben zu viel Platz, andere sind von Altersarmut betroffen, wissen nicht wohin, sind einsam oder kommen an ihren Wohnorten nicht mehr klar. Und über all das wird selten gesprochen. Das soll dieses Projekt ändern.
Dazu wird zunächst der Ist-Zustand beispielhaft dokumentiert. Ein neu gegründete Spielgruppe mit zehn Senior*innen setzt sich mit dem Thema Wohnen spielerisch und biografisch auseinandersetzen. Weitere zehn Senior*innen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Gruppenarbeit teilnehmen können, lassen die Spielgruppe an ihren Geschichten teilhaben. Die so entstehenden Materialien werden dokumentiert und zu einer Ausstellung weiterentwickelt. Diese wird in der Quartiershalle gezeigt, einer ehemaligen Werkhalle der Bochumer Eisenhütte, die zum Gemeinschaftsort für die Menschen aus dem Quartier rund um den Imbuschplatz umgestaltet wurde.
Zugleich entwickeln die Teilnehmenden eine Utopie: Was wünschen sie sich in Bezug auf Wohnen für sich und andere? Was sind ihre Zukunftsgedanken und -ängste? Diese Überlegungen werden zu einer Performance verdichtet, die dann in der Ausstellung zur Aufführung kommt.
Darüber hinaus wird die Ausstellung von zwei Gesprächsformaten flankiert, welche die Menschen im Quartier zur Erörterung möglicher gemeinschaftlicher Lösungsansätze der dargestellten Probleme einladen.
Projektträger: Quartiershalle in der KoFabrik e. V.
Projektleitung und künstlerische Leitung: Hendrik Becker