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  • Tagung
  • 24.04.2026

8. Fachtagung Kulturgeragogik – Take care! Kulturgeragogik für eine neue Kultur der Sorge und Pflege

Ein zentrales Anliegen der Kulturgeragogik ist es, Angebote zu entwickeln, die speziell Menschen in gesundheitlich vulnerablen Situationen ansprechen – zum Beispiel ein Kunstatelier für Menschen mit Demenz oder ein Tanzangebot für Menschen mit verminderter Beweglichkeit. Dazu ist die Zusammenarbeit mit dem Care-Sektor unabdingbar. Dort sind jedoch bereits seit Jahren Krisen und Versorgungslücken bekannt – was die kulturelle Teilhabe pflegebedürftiger älterer Menschen behindert. Denn: Steht die Pflege derart unter Druck, erscheint die kulturgeragogische Arbeit schnell als überflüssiges Beiwerk. Andere erkennen gerade in dieser Situation, wie die Kulturgeragogik zur Stärkung des Wohlbefindens und Miteinanders von Pflegebedürftigen, Pflegenden und Angehörigen beitragen kann.

Der Fachtag thematisiert Ambivalenzen der Sorge um das Alter(n) aus anthropologischer, sozialpolitischer und künstlerisch-kulturgeragogischer Perspektive:

  • Was verstehen Kulturgeragog*innen unter einer gelingenden Care-Kultur?
  • Was kann die Kulturelle Bildung im Alter zu einer neuen Kultur der Sorge und Pflege beitragen?
  • Welchen Beitrag kann und will die Kulturgeragogik zum Pflegesystem leisten, wo grenzt sie sich ab?
  • Welche Aufgaben übernehmen Kulturgeragog*innen im Rahmen von „Sorgenden Gemeinschaften“ im Sozialraum?

In Workshops werden erfolgreiche Beispiele kulturgeragogischer Praxis vorgestellt, die Mut machen, gemeinsam eine neue Kultur der Sorge und Pflege zu entwickeln. Die Keynote hält der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, der aus anthropologischer und sozialpolitischer Perspektive über den Begriff der Sorge und die Entwicklung einer neuen Care-Kultur sprechen wird.

Fachliche Leitung: Almuth Fricke und Dr.in Miriam Haller, kubia

Ort: Die Tagung findet im Saal des jfc Medienzentrums im Seekabelhaus in Köln-Nippes statt. Im selben Gebäude befindet sich das kubia-Büro. Hier finden Sie Informationen zur Anreise. Nutzen Sie gerne den Dienst „Fahrpool“, um Mitfahrgelegenheiten für Ihre Anreise zu organisieren.

Programm

10:00 Uhr

Anmeldung und Empfangskaffee

10:30 Uhr

Grußwort

Claudia Determann, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (angefragt)


Der Begriff der Sorge und die Entwicklung einer neuen Care-Kultur: Anthropologische und sozialpolitische Perspektiven

Vortrag von Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Universität zu Köln

Die Sorge gehört zum Wesen der menschlichen Existenz als Daseinsführung. Zugleich gibt es die Formen der Sorge des Menschen zwischen Selbstbezug und Weltbezug immer nur im konkreten geschichtlichen Kontext der Gesellschaft. Der Vortrag schlüsselt die sozialpolitischen Diskurse über Selbst-Sorge, Mit-Sorge und Fremd-Sorge auf und entwickelt die Idee der solidarischen Freiheit als Miteinanderfreiheit in Miteinanderverantwortung.

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11:30 Uhr

Film „Tanztee & Prosecco“

11:40 Uhr

Kunst mit uns – gemeinsam kreativ: Städtisches Engagement für Kulturelle Bildung in Pflegeeinrichtungen

Impuls von Gundula Iblher und Barbara Scharfenberg, Landeshauptstadt München

Gemeinsam mit dem Sozialreferat, Amt für Soziale Sicherung, Altenhilfe und Pflege, bringt das Kulturreferat der Stadt München künstlerische Workshops in vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Das Tandemprojekt bringt nicht nur zwei Ämter in Zusammenarbeit, sondern auch Künstler*innen und Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen. Von den Potenzialen und Hürden dieses Projekts berichten die beiden städtischen Kooperationspartnerinnen.

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12:10 Uhr

Augenblicke poetischer Schönheit

Ein Gespräch mit Christine Vogt, Gründerin und künstlerische Leiterin des Theaterensembles PAPILLONS im Berliner Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“

Christine Vogt, Regisseurin für inklusives Theater und Theaterwissenschaftlerin, leitet seit zehn Jahren das Ensemble PAPILLONS. Jedes Jahr erarbeitet sie mit den Bewohnenden mit und ohne Demenz gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und professionellen Künstler*innen ein bis zwei Theaterproduktionen. Die Theaterarbeit ist fester Bestandteil im Alltag des Berliner Pflegewohnheims und sorgt für große Außenwirkung.

Moderation: Dr. in Jessica Höhn, Theaterwissenschaftlerin und Theaterpädagogin

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12:40 Uhr

Präsentation der Workshops am Nachmittag

12:45 Uhr

Mittagessen

13.45 Uhr

Workshops


Workshop 1: Theaterarbeit im Pflegeheim

Christine Vogt, grenzbereiche-theater Berlin

In dem Workshop gibt Christine Vogt methodische Impulse zur Theaterarbeit mit Menschen mit Demenz sowie praktische Hinweise, wie Theaterarbeit in Pflegeeinrichtungen gelingen kann.

Ort: Saal EG

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Workshop 2: How do you care? Bürger*innenOper und partizipative Methoden für eine neue Care-Kultur

Dany Handschuh, Oper Dortmund

In der Dortmunder Bürger*innenOper spielen über 100 Aktive, darunter viele Ältere. In der Spielzeit 2024/2025 entwickelt das Ensemble mit „Who Cares?“ aus persönlichen Erfahrungen ein vielstimmiges Musiktheater der Fürsorge. Zwischen Mythos und Gegenwart, individueller Geschichte und kollektiver Vision ist ein Stück entstanden, das fragt: Wie wollen wir füreinander da sein? Dramaturgin Dany Handschuh gibt in dem Workshop Einblick in die Entstehung der Produktion und stellt Methoden ihrer Arbeit zum Thema Care vor.

Ort: Seminarraum 1. OG

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Workshop 3: Profession Kulturgeragogik trifft auf Pflege

Dorothea Wiggenhauser und Dr.in Miriam Haller

Dorothea Wiggenhauser berichtet über ihre Freiberuflichkeit als Kunst- und Musikgeragogin und ihre Erfahrungen mit der Kundenakquise, Honorarverhandlungen und Vertragsvereinbarungen. Im Anschluss schärfen die Teilnehmenden des Workshops das eigene Profil und Portfolio als Kulturgeragog*innen.

Ort: Open Space, kubia-Büro, 2. OG

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15:45 Uhr

Gemeinsamer Abschluss

16:00 Uhr

Tagungsende

Infos zur barrierefreien Teilnahme

  • Rollstuhlgerechter Veranstaltungsort
  • Veranstaltungsort mit Gehbehinderung zugänglich
  • Barrierefreies Parken
  • Barrierefreie Toilette (EG und 2. OG)
  • Mobile Induktionsschleife
  • Ruheraum (2. OG)
  • Ermäßigung

Veranstalter und Kooperationspartner

Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und inklusive Kultur

Fachverband Kunst- und Kulturgeragogik

Das Kulturgetriebe e. V. / Kölner Institut für Kulturarbeit und Weiterbildung

Noch mehr Veranstaltungen?

Unser Newsletter informiert Sie einmal im Monat über Fachveranstaltungen und Kulturtermine rund um die Themen Kulturelle Bildung im Alter, kulturelle Teilhabe und inklusive Kultur – mit und ohne Beteiligung von kubia.