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  • Tagung
  • 11.04.2024

Welt-Parkinson-Tag: Tanz für Menschen mit Parkinson

Tanz kann begleitend zur Therapie Symptome von Parkinson lindern und trägt so maßgeblich zu einer höheren Lebensqualität von Menschen mit einer Bewegungsstörung bei.

Seit 2016 bietet das tanzhaus nrw Kurse für Menschen mit Parkinson-Erkrankung. Die Dozentinnen bieten Elemente aus unterschiedlichen Tanzrichtungen an, die für die Teilnehmenden individuell angepasst werden und so dabei helfen, den Begleiterscheinungen der Krankheit, wie Einschränkungen in der Balance, Flexibilität und Koordination, entgegenzuwirken. In einem entspannten und zugewandten Umfeld werden die Teilnehmenden ermutigt, ihr Körpergefühl durch den Tanz zurückzuerobern. Mit Hilfe geführter Improvisationen erproben und erweitern sie ihre Bewegungsmöglichkeiten.

Ab 2024 gibt es im Tanzhaus zusätzlich auch ein Tango-Café für Menschen mit Parkinson.

Der Tag gibt Tanzvermittler*innen sowie Menschen, die in der sozialen Arbeit oder im Gesundheitswesen tätig sind, Gelegenheit zur Beschäftigung mit den Möglichkeiten und Besonderheiten von Tanz für Menschen mit Parkinson sowie zum kollegialen Austausch und Vernetzen.

Programm

10:00

Eröffnung und Begrüßung: Dr.in Sabine Sörgel, Leitung Akademie tanzhaus nrw

10:30

Open Class: „Tanz für Menschen mit Parkinson“ mit Dawna P. Dryhorub und Bridget Q. Fearn

12:00

Mittagspause und Gespräche

14:00

Vortrag: „Dancing with Parkinson’s“, Prof.in Sara Houston, Roehampton Universität London

15:00–16:45

Runder Tisch mit Dozent*innen des tanzhaus nrw, Teilnehmer*innen und Gästen

17:00–18:30 Uhr

Open Class: Tango Argentino, Andrea Stegmaier del Prado

Zu den Kursangeboten und Personen

Bridget Q. Fearn und Dawna P. Dryhorub haben Ausbildungskurse für den Tanz mit Menschen mit Parkinson bei David Leventhal, dem Begründer von DANCE for PD® in New York, absolviert. Sie gestalten auf dieser Grundlage und mit ihrem reichen Wissen als erfahrene Tänzerinnen und Dozentinnen ein Programm, das den Teilnehmer*innen den Umgang mit der Krankheit erleichtert. Die im tanzhaus nrw praktizierten Kurse wiederum bereichern die Weiterentwicklung dieses Feldes maßgeblich.

Als Dawna P. Dryhorub mit drei Jahren begann, Ballett zu tanzen, stand für sie bereits fest: „Ich möchte Tänzerin werden!“ Sie nahm zusätzlich Unterricht in Tap Dance, Jazz Dance und Folklore-Tänzen und absolvierte später ihre Tanzausbildung an der School of Toronto Dance Theatre, wo sie sich auf Graham und klassischen Tanz spezialisierte. Mitte der 1990er-Jahre erhielt sie die Einladung, an einem Projekt in Düsseldorf mitzuarbeiten und wurde schnell eine nahestehende Künstlerin der „Werkstatt“, dem Vorläufer des tanzhaus nrw. Die gebürtige Kanadierin blieb in Deutschland und war als Tänzerin in verschiedenen Produktionen zu sehen, u. a. bei Rodolpho Leoni und Samir Akika. Viele Jahre hat sie Trainings für das Folkwang Tanzstudio gegeben und war als Gastprofessorin für klassischen Tanz an der Folkwang Universität Essen tätig. Im Jahr 2020 hat sie ihr Masterstudium in Tanzwissenschaft an der Universität Bern abgeschlossen.

Bridget Q. Fearn stammt aus Kalifornien und verfügt über langjährige Tanz-Expertise und Kreativität, mit Ausstrahlung, Begeisterungsfähigkeit, Offenheit und viel Humor. Vor allem bringt sie aber einen großen Reichtum an internationaler Tanz- und Performance-Erfahrung sowie Erfahrung im Unterrichten mit. Mit ihrem Know-how in Ballett, Modern, Jazz und Tap Dance sowie HipHop prägt Bridget Q. Fearn seit 1987 maßgeblich den Unterrichtsbereich des tanzhaus nrw. Sie ist zudem zertifizierte Yogalehrerin. Neben ihrer über 30-jährigen Lehrerfahrung trat sie als Tänzerin weltweit auf und choreografiert u. a. für das Staatstheater Mainz oder für die deutsche Erstaufführung des Bowie-Musicals „Lazarus“ unter der Regie von Matthias Hartmann am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Professorin Sara Houston lehrt im Fachbereich Tanz an der University of Roehampton in London. Ihr Interesse gilt dem Community-Tanz und der Erforschung der sozialen und politischen Zusammenhänge, in denen Menschen tanzen. So forschte sie zu Tanz mit erwachsenen, männlichen Strafgefangenen in Schulen, Pflegeheimen und in Tanzkompanien.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren forschte sie begleitend zu dem Projekt „Tanz für Menschen mit Parkinson“ des English National Ballet (2012 – 2015). Sie untersuchte in diesem Rahmen, wie sich die Teilnahme an Tanzprogrammen auf das soziale Umfeld und den Alltag der Teilnehmer*innen mit Parkinson auswirkt, sowie ihre Motivation für das (Weiter-)Tanzen und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Bewegung. Für ihre Parkinson-Forschung wurde sie 2011 mit dem Vitality for Life-Preis der BUPA-Stiftung ausgezeichnet.

In ihrem 2019 erschienen Buch „Dancing with Parkinson’s“ schreibt Sara Houston über diese Erfahrung und ihre Forschungsergebnisse. Sie schreibt über den Wert des Tanzens für Menschen, die mit der neurodegenerativen Erkrankung Parkinson leben, sowie die positiven Auswirkungen des Tanzes auf ihre Lebenserfahrung und sich wandelnden Identitäten und Selbstwahrnehmungen.

Andrea Stegmaier del Prado wuchs in Chile auf. Ihre professionelle Ausbildung als Tänzerin und Tanzpädagogin erhielt sie dort bei ehemaligen Mitgliedern des Ballets Jooss (Essen / Devon), nach der Jooss-Leeder-Methode. Ihr Diplom als Bühnentänzerin machte sie anschließend an der Folkwang Universität der Künste in Essen, wo sie u. a. mit Susanne Linke arbeitete und in Stücken des José Limón Repertoires mitwirkte.

Als Darstellerin und Choreografin war sie u. a. am Schauspielhaus in Düsseldorf engagiert, wo sie auch das Körpertraining für die Schauspieler*innen leitete. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin und freischaffende Künstlerin, ist sie u. a. seit 2017 festes Mitglied der Komische Oper am Rhein.

Ursprünglich hatte sie vor, Tango Argentino nur privat zu tanzen. Am tanzhaus nrw unterrichtet sie Tango Argentino inzwischen aber schon seit über zwanzig Jahren. Besonders wichtig ist ihr dabei, die Individualität der Teilnehmer*innen in den Mittelpunkt zu stellen und den eigenen Ausdruck, das Potenzial eines jeden herauszuarbeiten. Mehr zum Tangocafé für Menschen mit Parkinson finden Sie hier.

Dr. Sabine Sörgel leitet seit Januar 2023 die Akademie des tanzhaus nrw e.V. und hat davor viele Jahre als Hochschuldozent*in für Tanz- und Theaterwissenschaft an verschiedenen Universitäten in Deutschland und England unterrichtet. Das Thema Tanz und Gesundheit bildet einen Schwerpunkt einen Schwerpunkt in der Entwicklung des Kursangebots der Akademie und der Erwachsenen-Weiterbildung und findet sich in vielen neuen Kurs- und Workshopangeboten der Akademie in 2024.

Infos zur barrierefreien Teilnahme

  • Veranstaltungsort mit Gehbehinderung zugänglich
  • Barrierefreies Parken
  • Barrierefreie Toilette
  • Rollstuhlgerechter Veranstaltungsort

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

tanzhaus nrw

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