In einem Satz: Angebote Kultureller Alter(n)sbildung in Tanz und Performance bieten ästhetische Erfahrung mit dem Impuls zu Teilhabe und Gestaltungsprozessen mit dem Fokus auf dem Erleben des sich-bewegenden alternden Körpers und der performativen Kraft von Körpern in Bewegung.
Kulturelle Bildung verstehen wir als Bildung mit und durch die Künste: Im Zentrum steht ästhetische Erfahrung – als leiblicher Prozess des Wahrnehmens und der Erkenntnis in der Auseinandersetzung mit Gegenständen aller Art. Teilnehmende Kultureller Bildungsangebote erhalten Zugang zu Kunst und Kultur, erleben sich als Gestalter*innen und verhandeln gesellschaftlich-politische Fragen ästhetisch, künstlerisch und sozial.
Tanz ist eine künstlerisch-expressive Praxis, in der insbesondere das Erleben des sich bewegenden Körpers zentral steht. Zugleich entfalten Körper in Bewegung eine performative Kraft, die Wahrnehmungsordnungen zu irritieren vermag und Positionierungen zum Ausdruck bringen kann. So entsteht ein Raum, in dem Teilhabe nicht nur Teilnahme bedeutet, sondern Mitgestaltung und Teilgabe: Autor*innenschaft in Probenprozessen, geteilte Entscheidungen, die Entstehung von körperlich-fundiertem Wissen und das Potenzial, das eigene Erleben von sich selbst und der Welt, die eigenen transformatorischen Lern- und Bildungsprozesse in Bewegung zu gestalten. Gerade in der Arbeit mit Älteren liegt hier ein bedeutendes Potential, um biographisches Wissen einzubinden, um die Ausdruckskraft älterer Körper sichtbar zu machen und auch Räume des (sinnlichen) Austauschs zu eröffnen.
Mehr zum Thema: Miriam Haller (2023): Kulturelle Bildung im Alter