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Kulturbegleitung: Tandems für kulturelle Teilhabe

kubia kompakt #05

Menschen, die Kultveranstaltungen nicht allein besuchen können oder möchten, kann eine Begleitperson den Kulturbesuch erleichtern. Initiativen, die Kulturbegleiter*innen vermitteln, ergänzen Maßnahmen der Barrierefreiheit um ein persönliches Unterstützungsangebot.

Was ist Kulturbegleitung?

Kulturbegleiter*innen besuchen kulturelle Veranstaltungen und Orte gemeinsam mit Menschen, die Schwierigkeiten haben, den Besuch allein zu planen und um­zusetzen. Neben Be­suchen von Museen, Bibliotheken, Konzerten, Lesungen oder Theater­auf­führungen zählen dazu auch Angebote der Kulturellen Bil­dung und kulturpolitische Aktivitäten. Eine koordinierende Stelle bringt Kulturgast und Begleit­person in Kontakt und versorgt sie häufig auch mit günstigen oder kostenfreien Eintrittskarten. Die Begleitperson plant die Anreise unter Berücksichtigung des je­weiligen Unterstützungsbedarfs des Kulturgasts. Beide verabreden sich, reisen gemeinsam an, genießen die Veranstaltung und geben der Koordinierungsstelle an­schließend Feedback.

Kulturbegleitung erfolgt meist ehrenamtlich. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass Kulturbegleiter*innen bei Kultureinrichtungen oder sozialen Trägern angestellt sind, als Freizeit- oder Alltagsassistenz im Rahmen der Eingliederungshilfe arbeiten oder freiberuflich tätig sind.

Warum Kulturbegleitung wichtig ist

Kulturbegleitung unterstützt dabei, folgende Barrieren für einen Kulturbesuch zu überwinden:

  • fehlende Begleitung
  • Schwierigkeiten bei Anreise und Orientierung
  • Berührungsängste und Unsicherheiten beim Besuch eines Kulturortes

Wer nutzt Kulturbegleitung?

Begleitung beim Kulturbesuch nehmen oft ältere, aber auch jüngere Menschen in An­spruch, die von Mobilitäts- oder Sinneseinschränkungen betroffen sind. Weitere Gründe können psychische Er­krankungen, Lernschwierigkeiten, Neurodivergenz und sprachliche oder kulturelle Hürden sein.

Was Kulturbegleiter*innen mitbringen sollten

  • Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement
  • Interesse an Kunst und Kultur
  • Empathie, Offenheit und Freude an Begegnung und Austausch

Einige Initiati­ven bereiten ihre ehrenamtlichen Kulturbegleiter*innen durch Schulungs- und Sensibilisierungs­angebote auf den Einsatz vor. Fachliche Kompetenzen sind in der Regel nicht notwendig, denn Kul­turbegleitung umfasst oder ersetzt keine Pflege und sozialpädagogische oder therapeutische Betreuung.

Wie wird Kulturbegleitung organisiert?

Kulturbegleitung wird von einer koordinierenden Stelle organisiert. In der Regel ist dafür mindestens eine hauptamtliche Person erforderlich. Ihre wichtigsten Aufgaben sind:

  • Organisation und Steuerung der Vermittlung
  • Gewinnung und Unterstützung der ehrenamtlichen Kulturbegleiter*innen
  • Abstimmung zwischen Kulturgästen, Begleiter*innen und Kulturorten
  • Bekanntmachung des Angebots, u. a. durch Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation mit Organisationen der Behinderten(selbst)hilfe, sozialen Einrichtungen, Beratungsstellen etc.

Wer organisiert Kulturbegleitung?

Kulturbegleitungsinitiativen sind besonders erfolgreich, wenn unterschiedliche Akteur*innen kooperieren und ihre jeweiligen Kompetenzen einbringen – etwa Zugang zu Zielgruppen, orga­nisatorische Infrastruktur und kulturelle Angebote. Träger und Beteiligte sind zum Beispiel:

  • Initiativen (z. Kulturlisten oder -logen), die günstige oder kostenlose Tickets vermitteln
  • Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderung
  • Kultureinrichtungen
  • Akteure der Behindertenhilfe und Sozialarbeit/Wohlfahrtsverbände
  • Freiwilligenagenturen und Ehrenamtsnetzwerke
  • Kommunen und kommunale Einrichtungen

  • Koordination sichern: hauptamtliche Zuständigkeit klären
  • Strukturen aufbauen: Abläufe der Vermittlung und Rahmenbedingungen wie z. Versicherungsschutz organisieren
  • Engagierte gewinnen: Kulturbegleiter*innen ansprechen, schulen und begleiten
  • Vernetzen und informieren: Kontakte knüpfen und Angebot bekannt machen

Welche Modelle von Kulturbegleitung gibt es noch?

Neben der Vermittlung von Begleitungen für einzelne Kulturbesuche gibt es auch Patenschafts-Modelle, bei denen sich feste Tandems regelmäßig zu Kulturbesuchen und anderen Freizeit­aktivitäten treffe. Zudem haben sich Gruppenangebote bewährt, die Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zum gemeinsamen Kulturbesuch einladen.

Kulturregion Südwestfalen: Leitfaden Kulturbegleitung

KulturLoge Dresden: Leitfaden Kulturbegleitung (PDF)

Die Inhalte des Infoblatts wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte sowie der unter den Links zu findenden Informationen übernehmen wir jedoch keine Gewähr.

Stand: Mai 2026

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