Pflege ist nicht nur Versorgung. Sie ist Beziehung, Teilhabe und die Ermöglichung eines würdevollen Lebens. Kunst und Kultur können dabei weit mehr sein als ein zusätzliches Angebot – sie eröffnen Erfahrungsräume, stärken Selbstbestimmung und verändern den Blick auf Alter, Demenz und Pflege. Die Ausgabe 3/2026 der Fachzeitschrift ProAlter setzt ihren Schwerpunkt auf das Thema Kultur und Pflege.
Ein zentrales Anliegen der Kulturgeragogik – der Kulturellen Bildung im Alter – ist es, Angebote zu entwickeln, die Menschen in gesundheitlich vulnerablen Situationen ansprechen. Dazu ist die Zusammenarbeit mit dem Care-Sektor unabdingbar. Dort herrschen jedoch bereits seit Jahren Krisen und Versorgungslücken – was die kulturelle Teilhabe pflegebedürftiger älterer Menschen behindert. Denn: Steht die Pflege derart unter Druck, erscheint die kulturgeragogische Arbeit schnell als überflüssiges Beiwerk. Gegen ein solches Verständnis von Kulturgeragogik als bloßes „Nice-to-have“ wendet sich dieses Schwerpunktheft von ProAlter.
Die Schwerpunktartikel zeigen auf, wie die Künste, die Kulturgeragogik und der Pflege- und Gesundheitssektor Hand in Hand arbeiten können und wie diese Zusammenarbeit zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und einem gesteigerten Wohlbefinden von allen Beteiligten – Pflegebedürftigen ebenso wie Pflegenden und Angehörigen – beitragen kann. Deshalb ist diese Ausgabe von ProAlter auch ein Plädoyer dafür, kulturgeragogische Bausteine noch stärker in die Pflegeausbildung und die gerontologischen Studiengänge zu implementieren.
ProAlter informiert viermal Mal im Jahr mit Berichten, Reportagen, Interviews und Kommentaren zu wichtigen und aktuellen Fragen rund ums Alter und Älterwerden. Allen, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Fragen des Älterwerdens beschäftigen, gibt ProAlter wertvolle Anregungen und Impulse für ihre Arbeit. kubia-Mitarbeiterin Miriam Haller vertritt im Herausgeber*innenkreis den Bereich der Kulturellen Bildung im Alter.