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Die Schwärmerei: Sichtbar werden in der Öffentlichkeit

von Silke Z.

Steckbrief

Idee

Die Schwärmerei folgt der Idee, die Generation 60 plus im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Die Gruppe bewegt sich als Ensemble im Gleichklang (wie ein Fischschwarm) durch den öffentlichen Raum, z. B. eine Fußgängerzone. Die Schwärmerei wird vorab im geschützten Raum vorgestellt und geübt.

Ziel

Sichtbarkeit der älteren Generation durch Guerilla-Tanz-Performance im öffentlichen Raum

Bezug zum Thema Alter(n)

Das Guerilla-Format konfrontiert das zufällige Publikum – vielleicht zum ersten Mal – mit älteren Menschen, die sich selbstbewusst tänzerisch im öffentlichen Raum zeigen. Die Methode schafft Sichtbarkeit und Öffentlichkeit für alternde Körper und die performative Kulturgeragogik als Kunstform.

Zeit

120 Minuten

Voraussetzungen, Format und Raum

Ein offenes Angebot für alle Menschen mit und ohne Vorerfahrung. Es sollte immer so angelegt werden, dass eine Stunde mit den Teilnehmenden im Studio oder einem geschützten Raum zur Vorbereitung eingeplant ist. Im Anschluss geht die Gruppe für die zweite Stunde in den öffentlichen Raum.

Die Gruppe sollte im öffentlichen Raum begleitet werden, damit Fragen von Passant*innen beantwortet werden können und die Gruppe sich in ihrer nonverbalen Arbeit geschützt fühlt.

Musik

Die Schwärmerei kann auch mit Musik stattfinden. Hierzu wird eine Musikbox von einer Begleitung bedient.


Ablauf

  • Die Gruppe trifft sich zunächst in einem Studio, lernt sich kurz namentlich kennen. Dann wird der Ablauf besprochen. Es folgt ein Warm-Up mit einfachen Bewegungsübungen in der Gruppe, zum Beispiel:
  1. Im Raum gehen und die anderen wahrnehmen
  2. „Gehe deinen Weg und suche die Lücken im Raum!“
  3. „Bleibe stehen, wenn ein*e Teilnehmer*in stehen bleibt, und gehe wieder los, wenn jemand wieder losgeht!“
  • Als nächstes wird der „Fischschwarm“ geübt, in der Sprache des zeitgenössischen Tanzes auch als „Flocking“ bekannt: je nach Anzahl der Teilnehmer*innen zunächst in kleineren Gruppen, jedoch aus mindestens vier Personen. Der Fischwarm folgt einer bestimmten Regel. Er richtet sich zu einer Front aus, so dass alle in die gleiche Richtung schauen. An jeder Seite des Schwarms gibt es eine Person (Nord, Ost, Süd und West), die als „führender Fisch“ die Bewegungsimpulse setzt und den Schwarm leitet. Sobald sie die Richtung wechselt (z. B. von Nord nach Ost mit einer Viertel-Drehung), gibt sie die Führung an den „Fisch“ ab, der an dieser Seite vorne steht. Die Übergänge sind fließend. So entsteht ein Schwarmverhalten. Die Teilnehmenden in der Schwarmmitte folgen ausschließlich. Die Positionen können beliebig – auch ohne den Schwarm zu stoppen – untereinander getauscht werden. Die Bewegungen müssen nicht exakt kopiert, sondern grob in einer individuellen Version zu gleicher Zeit mitgetanzt werden.
  • Danach werden die kleineren Gruppen zu einer Gruppe zusammengeführt und folgen dem gleichen Prinzip. Ein Fischschwarm zu werden, bedeutet, dass jede*r Bewegungsimpulse einbringen kann und die Gruppe diesen Impuls aufgreift. Wie in einem Schwarm bewegen sich die Teilnehmenden zwar als Gruppe, aber nicht in einer festen Aufstellung oder Anordnung. Wenn sich die Gruppe zusammengefunden hat, beginnt eine Person mit einer Bewegung und die anderen greifen diese auf. Die ganze Gruppe führt die Bewegung aus – bis eine andere Person im Schwarm einen neuen Bewegungsimpuls gibt. Das kann passieren durch: nach vorne bewegen, eine neue Richtung einschlagen, etc. Das Prinzip ist, die Bewegung oder die Fortbewegung im Raum immer eine für einen Moment gemeinsam zu machen, bis wieder ein neuer Impuls kommt, dem dann alle folgen. Wichtig dabei ist, dass die Teilnehmenden ein Gefühl dafür entwickeln, dass alle Teilnehmenden initiieren können und es ein körperliches Zuhören braucht, um Veränderungen wahrzunehmen und aufzugreifen.
  • Der Schwarm geht nach draußen und wird von den Leiter*innen begleitet.

Alternativen

Es können thematische Impulse gesetzt werden. Hierzu eignet sich die Umgebung.

Zum Beispiel:

  1. „Lasst Euch von den Schildern, Werbetafeln und sonstigen Wörtern zur Bewegung inspirieren!“
  2. „Bezieht Euch auf die Passant*innen und lasst Euch von den Bewegungen inspirieren!“

 

Weiterstöbern in Fachbeiträgen:

Andrea Marton mit vier Frauen im Tanzlabor Ü60
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Solo für ein Körperteil: Auswahlmöglichkeit für Improvisation

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WIR – Das Alphabet: Wie bin ich von A bis Z?

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