Ablauf
1. Warm-up im Kreis und bewusstes Wahrnehmen von Einschränkungen
- Lockernde Übungen mit Schütteln aller Gliedmaßen und Mobilisierung aller Gelenke über sanfte kreisende Bewegungen
- Den Körper als Gesamtes in Bewegung wahrnehmen
- Körperteile bewusst isolieren und getrennt vom Körper aktivieren
- Sich im Kreis gegenseitig beim Üben Blicke zuwerfen.
2. Im Stand – „Handauswärts“
- Stecke eine Hand in die Hosentasche. Bewege am freien Arm zuerst die Finger, das Handgelenk, die ganze Hand, nehme den Ellbogen hinzu, die Schulter, in welche Räume kannst du greifen, ohne dass der Rumpf sich mit bewegt. Entwickle mehr Neugier und Lust auf den Raum. Wie ist das Echo im Körper, was bewegt sich mit im Oberkörper, wenn du das Körperzentrum hinzunimmst, wenn du die Beine hinzunimmst? Dann Seitenwechsel, eventuell noch eine Variante ohne Beine im Sitzen oder Liegen.
3. Im Stand – „Fußaufwärts“:
- Wähle ein Standbein, knete und aktiviere den freien Fuß mit Hilfe des Bodens, nimm das Knie hinzu, die Hüfte (einseitig!), das Schulterblatt, den Ellbogen, das Handgelenk, die Finger, das entsprechende Ohr und Auge. Aktiviere die gesamte Hälfte des Körpers bewusst, die andere Hälfte geht passiv mit, die Augen sind geschlossen, spüre nach und vergleiche die Körperhälften, dann Seitenwechsel (auch als Variante auf einem Hocker oder im Liegen möglich).
4. Vom Stand in den Raum
- Das Standbein wird über die Fußsohle am Boden fixiert. Das Spielbein erkundet Räume, Entfernungen und Haltungen. Es kann sich lösen und in die Fortbewegung kommen, in verschiedene Richtungen gehen, laufen oder frei tanzen, wieder innehalten, dann anderes Standbein.
Plane bei Vorgabe einer Bewegungseinschränkung immer eine kurze Zeit des Innehaltens und Atmens ein, um die Teilnehmenden in einem kurzen „Bodyscan“ erspüren zu lassen, von welcher Körperregion aus die Bewegung starten kann. Außerdem ist es hilfreich, eine Referenz zu den „mini-choreografischen“ Strukturen von Raum/Richtung, Linien/Kreise, groß/klein zu geben (vgl. Methode „Tanz mit Hocker“). Auf diese Weise entsteht eine innere Handhabung von Tanz auf kleinstem Raum.
Mögliche Weiterführung
Bewusste Improvisationsaufgaben zum Thema Einschränkung
- In zwei Minuten langsam am Platz vom Stand zum Boden ins Liegen kommen, den Körper vielseitig nutzen, ohne nach oben zurückzukehren. zwei- bis dreimal wiederholen, damit immer mehr Ideen und Lösungen sichtbar werden. Sich gegenseitig inspirieren: Dem anderen in Partnerarbeit zuschauen und positives Feedback geben zu interessantem Bewegungsmaterial.
- Eine Hand am Boden fixieren und Bewegungsmöglichkeiten, -räume und Körperhaltungen solistisch explorieren. Die mentalen Haltungen wechseln, die Auseinandersetzung mit der Einschränkung als Widerstand/innerer Kampf oder als Akzeptanz und lustvolles Wahrnehmen und Genießen all dessen, was möglich ist.
- Eine Handinnenfläche an der Wand fixieren und Bewegungsmöglichkeiten, -räume und Körperhaltungen solistisch explorieren.
- Als Weiterführung eignet sich eine Kombination von räumlicher Veränderung an der Wand (höher/tiefer, über Kopf, Schulterhöhe, Bauchhöhe …) und einem Wechsel der Kontaktfläche der Hand (Handfläche, Handrücken, Kanten, Fingerspitzen, Rist).
- Material für ein Duett umsetzen: Person 1 schränkt Person 2 in ihren Bewegungsmöglichkeiten ein. Person 2 arbeitet bewusst mit der Idee eines freien Fixpunktes im Raum oder der Idee von Halt, räumlicher Orientierung und kreativer Herausforderung (nicht auf der emotionalen Ebene: es schränkt mich jemand ein). Probiere verschiedene Lösungen aus und tauscht euch nach Rollenwechsel darüber aus, was funktioniert, wie Klarheit entsteht, an welchen Körperteilen es gut funktioniert, an welchen Stellen es nicht erwünscht ist… Fließender Rollenwechsel.